Andrzej Folfas

Andrzej Folfas

geb. 1947 in Witow in der Hohen Tatra. In den Jahren 1963-67 besuchte er die renommierte Kenar Kunstoberschule in Zakopane, die er unter der Führung der Professoren W. Hasior, T. Brzozowski und A. Rzasy beendete. Anschliessend begann er mit dem Studium an der Akademie der Schönen Künste in Krakau, in der Fakultät für Innenarchitektur bei den Professoren J. Zabkowski, T. Kutermak, B. Braun und A. Sigmund. Der Künstler wurde vom polnischen Kultusminister mit dem Silbernen Verdienstkreuz sowie mit dem Abzeichen der Stadt Krakau für besondere Verdienste in Kunst und Kultur ausgezeichnet. Seine Bilder zählen zu den Beständen des Nationalmuseums und des Historischen Museums der Stadt Krakau; sie befinden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen in Polen und im Ausland. Andrzej Folfas pflegt eine dauerhafte Zusammenarbeit mit ARS CRACOVIA Galerie in Köln.

Über das Schaffen von Andrzej Folfas kann man nicht nüchtern und formell schreiben. Versuchte man es gleichwohl, hätte der Text nicht zur emotionalen, expressiven und dynamischen Form der Bilder gepasst, die „ihren Rahmen sprengen“. Der Versuch, sowohl das Thema als auch die Aussage der Bilder zu analysieren, ist eng mit der Übertragung, der im Bild enthaltenden Emotionen auf den Betrachter verbunden. Gleichgültig welches Thema der Künstler anspricht, es wird immer durch zwei Aspekte dominiert: die Expression und die Emotion.

Das zentrale Objekt im Schaffen von Folfas ist der Mensch, in den vom Künstler gewählten Situationen und Aufnahmen. Er zeigt Gesichter in Form von Masken, Frauenakte, aufgewühlte Jazzmusiker, in eigene erotische Phantasien verliebte „Voyeure“, Paare im Tanz und in Höhepunkten während des Liebesspiels. Man könnte noch viele Situationen aufzählen, in denen die Folfas-Gestalten in seiner künstlerischen Welt eine aktive Rolle spielen.

Sowohl die Akte, als auch die sarkastisch-rätselhaft schauenden Masken, die in einem scheinbaren Stillstand verharren, sind voll von Expression und Energie. Breite Pinsel- und Spachtelstiche, oft vorhandene schwarze Kontur, die die vereinfachten, überdimensionalen, gewissermassen kubistischen Formen umreisst; grelle und intensive Farben bilden die charakteristischen und elementaren Eigenschaften der Malerei von Andrzej Folfas.

Ein anderes Kapitel im Schaffen von Folfas sind seine Erotik- und Jazz-Zyklen. Die erste Thematik ist in sich selbst sehr subtil und intim. Der Künstler spielt hier gewissermassen zwei Rollen; seine eigene und die des „Voyeurs“. Beschämende, peinliche Angelegenheiten behandelt er in der Malerei wie auch gesellschaftlich gleichermassen offen, geradlinig und bemerkenswert natürlich. Er mag es, über sie auf eine humoristisch-drastische Art zu erzählen.

Nackte Gestalten in verschiedenen Formationen, Ekstasen, Höhepunkten oder im erotischen Tango erschaffen mit ihrer Bewegung und Geste eine unaufhörliche Dynamik. Sie verdeutlichen die Intensität des Erlebens, die Kraft der menschlichen Sinne und Wahrnehmungen. Der Künstler überschreitet ausgelassen die Grenzen der Ästhetik. Seine Figuren setzten sich über den Realitätsbezug hinweg und sprengen die Bilder.

> Katalog: Weitere Informationen zum Künstler und seinem Werk

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